| Erinnerungen an unseren Bearded Collie Max Der AbschiedMax war in seinem Leben eigentlich immer ein ganz Schneller. Dass er aber so schnell mit einem fast ansatzlosen Sprung in den Hundehimmel stürmen würde, damit haben wir nicht gerechnet.
Am 13. April, an seinem 13. Geburtstag, waren wir beim Tierarzt, ohne akuten Grund, nur um ihn mal wieder vorzustellen, ihn, einen gemächlichen älteren Herren - pardon Hund - dem sein Futter hervorragend schmeckte und der keinen Krümel davon in der Schüssel zurück ließ. Weil er trotz größerer Futterportionen nicht zugenommen hatte, bekam er eine Aufbauspritze und feinsten, hochwertigen Ginseng verordnet.
 Max im April 2008 Welche eine Wundertherapie! Beim Piseln klappte das Beinchen nicht mehr so schnell und müde herunter, sondern stand in bester Markier-Manier hoch in der Luft. Wenn er die Monate vorher lieber zeitungslesend durch die Straßen getrabt ist, weil ihm die anderen Hunde auf der Neckarwiese lästig zu sein schienen, strebt er jetzt wieder dort hin. Die Gestaltung der Spaziergänge hatten wir schon vor einiger Zeit allein ihm übertragen. Hatte er uns da überrascht, zu welchen ihm unbekannten Orten es ihn zog, verblüffte er nach der Aufbauspritze durch die Länge seiner Spaziergängen. Und Spazierengehen macht doch soooo hungrig.
Das Frühjahr leitet noch weitere Veränderungen ein, sie kamen nicht plötzlich, sondern auf leisen Pfoten. Auch heute noch bleibt die Frage für uns unbeantwortet, ob dies nicht die ersten Abschiedsboten waren. Max schlief weniger und mochte nie außer Sichtweite seiner Leute sein. Nicht mehr sein Deckchen war sein Stammplatz, sondern die direkte Nähe zu seinen Zweibeinern. Selbst wenn der Raum eine Tabuzone war, verharrte er ausdauernd vor der Tür. Er entwickelte sich richtig zu einem "babbig Gutzel", wie man hier sagt. Ob Kartoffeln schälen, Waschmaschine füllen oder computern, stets suchte er die Nähe und beobachtete jede Bewegung.
Das erste Maiwochenende begann mit einem unerwarteten Paukenschlag. Erst heftiges Erbrechen, ihm folgte die Futterverweigerung. Die Spritze vom tierärztlichen Notdienst brachte keine Besserung. Die darauffolgende Blutabnahme bei unserem Tierdok zeigte katastrophale Nierenwerte. (Ein halbes Jahr zuvor waren seine Nierenwerte minimal verändert gewesen, für einen älteren Hund ausgesprochen gut. Die Veränderungen waren also jüngeren Datums. Solange noch 25% des Nierengewebes arbeiten, kann eine Niereninsuffizienz beim Hund latent verlaufen.) Pulver, Tropfen und Spritzen der Therapie schlugen nicht an. Schüssel um Schüssel seines Futters, aufgepeppt mit Leckerbissen, wanderte in den Müll. Was er in diesen Tagen genascht hat, hätte nicht einmal einem Spätzlein gereicht. Wer hätte gedacht, dass ein Hund, dazu noch Max, so angewidert und so angeekelt in seinen Futternapf schauen kann?
Der Glanz aus seinen schönen, unergründlichen Augen war verschwunden, sie waren müde geworden. Friedlich durfte er auf seinem Deckchen einschlafen.

"Schöne Tage — nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen." (Tagore)
Uns bleibt die Erinnerung an einen tollen, charmanten Hund und liebenswerten Chaoten, einen Freund durch Dick und Dünn. im Juni 2008
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