Das Familienrudel

von Manfred Hardtke

Die Führung im Rudel

In den Erbanlagen unseres Hundes ist genetisch fest verankert: das Rudel, die Gruppe, das Team muss geführt werden. Je stabiler, konsequenter, vertrauter das Kleinrudel gruppenorientiert angeleitet wird, umso entspannter wirkt die Atmosphäre zwischen den Sozialpartnern, in fast jedem Umfeld. Im Gegensatz dazu besteht aber auch die akute Gefahr, dass der Team-Chef psychisch und auch körperlich auf Dauer überfordert wird - die Rudelführung erfordert ständig Höchstleistungen bei allen (Sozial-)Kontakten. Ich weise insbesondere auf die enorme Reaktionsschnelligkeit des Raubtiernachfahren Hund hin!

Aufregung ohne Lerneffekt Max meint: ...dann lernt mal schön, ihr zwei!?!

Vorbild und Lotse

Fühlt sich unser Hund mit seinen Erbanlagen und aus seiner bisherigen Lebenserfahrung im Familienrudel dafür bestimmt, die "Alpha- Position" auszufüllen, besteht für seine Menschen dringender Handlungsbedarf. Von sich aus kann ein Familienrudel unter der Führung des Hundes nicht bestehen. Nicht nur miteinander, sondern auch mit dem sozialen Umfeld kommt es zwangsläufig zu immer größeren Problemen. Wir leben in einer technisierten Menschenwelt, mit komplizierten, arteigenen (eigenartigen?) Vorgaben, Regeln usw. Unser Hund ist zwar ein Lernlebewesen, braucht aber einen Lotsen.


Der Hund lernt schlecht durch Zurechtweisung oder gar Bestrafung,
er benötigt vielmehr ein Vorbild zur Anleitung und Hilfe.


Durchdenken wir einfach mal folgendes:

  • Wem gehört eigentlich mit aller Verantwortung meine Wohnung, mein Körper, mein Auto, mein Grundstück, mein Hund? Und delegiere ich die Verantwortlichkeit für den Rest?

  • Anfangs findet bereits duldbares Hundeverhalten unsere fein abgestufte Bestätigung: Verhaltensformung ist erfolgreicher als die Belohnung nach einer (mehrfach schädlichen) Korrektur.

  • Das uneingeschränkte Vertrauen des Hundes in uns gilt es aus- bzw. aufzubauen.

  • Soll die (An-)leitung des Familienrudels in meiner Verantwortung liegen? Dann bedeutet das vorrangig Erregungsabbau und Stressreduktion für die gesamte Gruppe, als Basis für unsere gemeinsamen Lernprozesse:


Anregung jederzeit - Aufregung stört noch oft genug!