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Das Familienrudel – mitten im Leben
Rudelführung auf dem Prüfstand
Fremdreize (dazu später) haben es ganz leicht: sie sind plötzlich
da und übernehmen die Regie über das Verhalten unseres Hundes –
ja oft sogar reagieren selbst wir später auch noch irgendwie.
(Manchmal beeinflussen sie uns eher und stärker als den Vierbeiner.)
Aber wie könnte und sollte es weiter gehen?
— Warten wir darauf, dass der Fremdreiz für ihn unwichtig wird? (evtl. versuchen wir es mit Beruhigungs– ⁄Erklärungsbemühungen)
— Warten wir darauf, dass andere Fremdreize wichtiger werden? (Reizabstand vergrößern, Reizanzahl erhöhen, Spielzeug, Futter, Befehle, Zurechtweisung, Rasselbüchse, Wurfkette, Halsbandeinsatz usw.) — Warten wir darauf, dass unser Hund eigene Reizerfahrung sammelt? (Leine abhaken, zügig weitergehen, "tut nix ⁄ Rüde⁄ Hündin" rufen)
 – mein Analge "Sicht" – meine Welt "Sicht" – schöne Fern "Sicht"
Lernen kennt keine Pause
Wir sind auch für die Lerninhalte verantwortlich
Oftmals bestätigt der Welpe ⁄ Junghund auch noch durch seine
gezeigte Verhaltensvariante anscheinend unsere Auswahl –
in jedem Fall erhält er Informationen über "entscheidende Vorgänge
und Zuständigkeiten" im Familienrudel und lernt dabei –
für sein weiteres Leben.
Ist er bereits erwachsen, überlassen wir ihm auf diese Weise
seine Sicht auf uns und die Welt.
Sicher alles keine guten Voraussetzungen für die gemeinsamen Jahre.
Denken wir mal darüber nach, ob der Zeitpunkt und die Varianten
nicht lerngerecht optimiert werden sollten!
Reiz – Reaktion oder doch noch etwas mehr?
Alle Begegnungen mit Reizen aus der Umwelt, darunter verstehe ich
Reizkombinationen in verschiedensten Erscheinungsformen, wie z.B.
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Hunde, andere Tiere, Familienmitglieder, fremde Personen
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Sachen, Örtlichkeiten, Gegenstände, Maschinen, Pflanzen, Wasser
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Geräusche, Gerüche, Temperaturen, Energiefelder, Berührungen
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optische Eindrücke, meteorologische Werte, mögliche Ereignisse
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Veränderungen im "Rudelklima" ⁄ bei den Anwesenden (emotional)
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mehrere dieser Faktoren gleichzeitig und noch vieles anderes mehr
können bei unserem Hund Handlungsbedarf auslösen bzw. aus seiner
Sicht Entscheidungen erfordern.
hervorragende Leistungen der hundlichen Sinnesorgane – eines
hochsensiblen Soziallebewesens – sollten wir immer bedenken!
Die Natur organisiert deshalb Filtersysteme (welche doch gleich???)
Ein Hund reagiert dann (wenn es sich nicht gerade um
reflexauslösende Reize handelt):
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seinen Erbanlagen entsprechend,
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mit seiner bisherigen Lebenserfahrung (Gruppen– ⁄ Situations–),
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unter Einbeziehung anderer augenblicklicher Reize des Umfeldes
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gemäß seiner inneren Befindlichkeit.
Einige Verhaltensvarianten des Hundes
Abwechselnd, überlagernd, unterbrochen, spontan überspringend
können dabei verschiedene, Tendenzen auftreten :
| ängstlich: | Flucht, Hinlegen, Ausweichen, Bellen, Knurren, Schnappen, Beißen, Rückendeckung suchen |
| spielerisch: |
Kopf runter, Hopsen, Bellen, Rennen, Spielzeug holen |
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aggressiv: | Zähne zeigen, Letzen hoch, Nase kraus, Nackenhaare hoch, Rutenhaltung, Körper steif, Blick starr, Knurren, Bellen, Schnappen, Beißen |
| unterwürfig: |
zurückhaltend, Blick abwenden, klein stellen, Pfützchen, Komfortverhalten, Pfote anheben, Seiten– ⁄ Rückenlage (nicht immer!) |
| besitznehmend: |
interessiert, aufnehmen, Pfote auflegen, wegschaffen, andere fernhalten, warnen |
| freundlich: |
Kontakt positiv und ruhig, ohne Hektik, offen für Dialog, aggressions– und angstfrei |
| neutral: |
Reiz bedingt keinen Handlungsbedarf, entspannt orientiert sich Hund an uns |
| selbstsicher: |
Fremdreiz scheint dem Hund gut bekannt zu sein, Hund zeigt leichtes Ignorieren, behält Initiative bei, fast erregungsfreier Gesamteindruck, unabhängiges Verhalten ⁄ Unterlassen, Ansätze von intelligentem Ungehorsam |
| souverän: |
Hund kontrolliert Situation, aktionssicher, bestimmtes Auftreten, trotzdem Anzeichen von psychischer ⁄ körperlicher Anspannung, dominante Ansätze ermöglichen "Fehler"
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