Das Familienrudel - als Team einfach unschlagbar

von Manfred Hardtke

Rudelführung ist für das Team zuständig

Rudeltaugliches Verhalten als wichtigstes Lernziel

Beispiel "Filtersysteme"
Geburt in abgeschiedener Wurfhöhle; unfertige Sinnesorgane, Nervenfasern ohne Myelinschicht, Bindung an erfahrene Alttiere, Furcht vor Unbekanntem usw.

Beispiel "Selbstsicherheit"
Hund wird von Fremdperson gestreichelt, die unsicher im Umgang mit Hunden ist. Bei ungeschickter Berührung empfindlicher Körperstellen (Augenbereich, Pfoten) zeigt das Tier trotz einer zuschlagenden Tür minimale Reaktion.

Beispiel "intelligenter Ungehorsam"
Hund wird von Fremdperson gestreichelt. Zweitperson ruft Hund zu sich. Hund nimmt Blickkontakt auf:

- zu Person 1 und begibt sich zu Person 2, oder
- zu Person 2 und bleibt (noch) bei Person 1, oder
- zu seiner anwesenden Bezugsperson zwecks Abstimmung.

Verhalten erlernen - nicht nur durch dessen Folgen

Bedenken wir bei allen Verhaltenstendenzen unseres Hundes:
es sind Angebote ⁄ Vorschläge ⁄ Hinweise für die Sozialpartner. (Oft signalisiert er selbst gleichzeitig seine Verhandlungsbereitschaft.) Erst deren Antwortverhalten ⁄ Ignorieren ⁄ Gegenvorschlag sagt etwas aus über ihre situations- und gruppenbezogene Bedeutsamkeit. Gleiches gilt im Grundsatz ebenso für "Aktivitäten" des Hundeführers!

Rudelführung: Schlagwort oder wortlos selbstverständlich

auf Augenhhoehe, das Familienrudel
Give me nose

Filtersysteme arbeiten bereits vor dem Reizkontakt. Erreichen wir eine selbständige Verhaltensorientierung unseres Hundes am lebenserfahrenen Anführer "Mensch" reduziert bzw. filtert sich in gleichem Maße die Bedeutsamkeit der (gemessen am gemeinsamen Lebenszeitraum) immer nur kurzfristigen Fremdreize.
Sollte beispielsweise ein einfaches Mauseloch dazu führen, dass sich unser Familienrudel trennt, oder ernsthaft streitet? Das Mauseloch macht nichts verkehrt, es ist einfach nur da. Unser schnuppernder oder buddelnder Hund ist einfach nur Nachfahre eines Raubtieres - macht also auch nichts Verkehrtes.
Wir aber sollten unsere Wertigkeit aus Hundesicht realistisch einschätzen und etwas dafür tun, damit wir gegenüber dem Mauseloch besser dastehen.


Hunde erziehen ihre Welpen nicht "nach Pawlow" oder "nach Skinner". Wie aber bereiten wir unseren Vierbeiner auf Situationen vor, deren Eigenheiten im Augenblick noch niemand kennt - bei der oben aufgelisteten möglichen Vielfalt?

Eine Frau aus Norwegen beschreibt es so:

Seien Sie, wie die Eltern Ihres Hundes

Wölfe ziehen perfekte Wölfe groß.


Weinböhla, im August 2007