| Zwergpudel Bommels Seite 1 Puh, abwechslungsreiche und anstrengende Tage liegen hinter mir, Tage an denen ich Frauchen aber richtig fröhlich gemacht habe. Mein gesamtes Rudel ist neuerdings Mitglied im Deutschen Pudelclub e.V., Bezirksgruppe Mannheim–HD. Dort gab es am Sonntag ein Mobyclass–Turnier und Hunderennen. Am Samstag wurde tüchtig für den großen Tag vorbereitet und in der allgemeinen Hektik und Aufregung kam jemand auf Frauchen zu und lobte meine überdurchschnittliche Gelassenheit. Na, wie Frauchen bei dem Lob gestrahlt hat! Das hättet ihr mal sehen sollen.
An der Mobbyclass darf ich noch nicht teilnehmen, bin noch zu jung dazu, aber bei den Hunderennen am Nachmittag. (an beiden Wettbewerben nahmen auch Hunde anderer Rassen teil) Hab ich Euch schon erzählt, dass meine Leute mir schon als kleiner Welpe die Spitznamen Rennmaus und Flitzepiepe gegeben hatten? – Frauchen flüsterte mir ins Öhrchen, ich solle mal beweisen, was ein Pudel als echter Naturbursche so darauf hat. Und so bin ich dann los geflitzt, was das Zeug hielt und wurde beim Langstrecken– und auch beim Hürdenlauf erster.
Aber kaum war mir der Pokal und das dazu gehörige Würstchen überreicht, murmelte Frauchen schon wieder was von einem Pokal im guten Benehmen. Meint Ihr nicht, dass das für alle Zeiten genug der Anstrengungen gewesen ist?  Gleich 2 meiner engerer Verwandten sind "first dogs" geworden. Wie es Bo bei den Obamas weiter ergeht, werde ich aus verwandtschaftlichen Gründen mit großen Interesse verfolgen. Pudel sollen ein große Portion Barbet-Blut in ihren Adern haben und die Barbets ihrerseits wiederum das Blut der Portugiesischen Wasserhunde. (2008: 86 Welpen in Deutschland) Und wie bei den Pudeln gibt es für sie auch Schur-Empfehlungen oder -Vorschriften. Ob Bo nun ein solch fröhlicher Wuschelhund bleibt und damit eventuell die Schur vieler Hunde und Rassen beeinflusst oder ob er eines Tages doch mit einer Löwchenschur daher spaziert? Wir werden es aus der Presse erfahren.
Bei den Crufts, 28000 Hunde sollen ausgestellt worden sein, belegte dieses Jahr wieder ein Pudel den 2. Platz bei den "Best in Show". Dass BBC nicht von Crufts berichtete, weil sie den Qualzuchten bei Ausstellungen nicht weiter Vorschub leisten wollte, sei nur am Rande erwähnt. Und hier ist der Link zu dem Schönsten der Schönen.
Was soll ich aus meinem Alltag berichten? Frauchen wurde allein bei einem einzigen Spaziergang zweimal beglückwünscht, weil ich so ein niedlicher und hübscher Kerl sei und keine Pudelschur habe. Freuen wir uns weiterhin über die Pudelschur als Bollwerk gegen einen Modehund Pudel.
| Der Pudel als Flirtfaktor |
Zur Zeit füllt das altbekannte Thema "Hunde als Flirtfaktor" die Schlagzeilen der Presse. Was habe ich vergnügt in mich hinein gekichert, als Frauchen mir vorlas, dass Herrchen mit mir als Pudel keine so goldigen Flirt-Chancen hätte, wie z. B. mit einem Goldie. Irgendwas müssen die Flirt- und Marktforscher nicht richtig untersucht haben – sie kennen mich und mein Flirtpotenzial eben nicht. Egal mit wem ich unterwegs bin, ob mit Herrchen oder Frauchen, wir können keine 100 m gehen, ohne angesprochen oder zumindest angelächelt zu werden: Was ich doch für ein hübsches Hundili sei, selbst am Sonntag auf der großen Hundeausstellung, wo es vor Schönheiten oder angeblichen Schönheiten doch nur so wimmelte.
Ob es daran liegt, dass ich so gar nicht wie ein Pudel geschoren werde? Bestimmt! Denn charmant sind meine Kumpel von der Pudel–Front doch auch alle. | Kleiner Zwerg - ganz groß |
Puh, das ist ja schon eine Ewigkeit her, dass ich mich gemeldet hatte. — Ich gelobe Besserung. – Aber so ein Junghundedasein ist schon eine anstrengende und zeitraubende Sache. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie schwer es ist, sich dauernd neuen Unsinn auszudenken? Meine Vorliebe für das Aufbinden von Schnürsenkel ist geblieben. Neuerdings helfe ich Frauchen gern beim Sortieren der Dreckwäsche. Weil ich die Schublade nicht aufbekomme, zaubere ich die Wäsche einfach durch ihren Handgriff ins Freie. Wozu doch schmale Schnauzen gut sind!
Meine Halbstarken-Wochen mit zugeknöpften Ohren sind auch schon vorbei. Meine Ohren waren so was von zugeknöpft.... Ich musste sogar zum Tierdok, um sie gründlich ausspülen zu lassen. Wirklich! — Na gut, das hatte zwar nix mit meinem Halbstarksein zu tun, sondern weil mein Gehörgang zu eng ist. Aber kurz danach hörte ich wieder gut. Es macht ja Frauchen auch zu glücklich, wenn sie mich aus jedem Spiel und Toben abrufen kann. Und wer will kein wohlgemutes Frauchen?
Meine Leute - was soll ich sagen? Die spinnen! Jeden 2. oder 3. Tag legen sie so ein komisches Holz, Zollstock nennt man das wohl, an mich an. Herrchen murmelt dann 34 cm, Frauchen meint aber, es seien schon 35cm, dort wo Zwerg– zum Kleinpudel wird. Kleiner Zwerg — ganz groß geworden! Damit ich nicht vielleicht sogar ein Großpudel werde, habe ich mich vom Gourmand zum Gourmet entwickelt. Es war ja schon tierisch, welche Mengen ich als junger Spunt gefuttert hatte.  Zum Bodybuilding gehen wir neuerdings auch oft. Was habe ich für durchtrainierte Schenkelchen bekommen! Begonnen hat es, als ich mit 6 Monaten allein die vielen Treppen hoch und runter laufen durfte und nicht mehr getragen wurde. Was war ich stolz! Und seit dem ich wieder gut höre, trainiere ich oft mit meinem Freund Bobby. Bobby ist so alt wie ich. Erst begrüßen wir uns mit einem Küsschen und huiii - dann geht es los, nur ein Westi stört immer. Die Neckarwiese wird zu unserer Rennbahn. Den Vorteil von Bobbys langen Beinen kann ich durch bessere Kurventechnik ausgleichen.
Ein kleine Story von der Fasnacht muss ich Euch noch erzählen. Ein Vater zeigte auf mich und sagte zu seinen wegen ihrer Kostüme nörgelnden Steppke: "Guckt mal, der ist heute auch verkleidet. Er ist normalerweise schwarz."
| Wer schön sein will, muss leiden oder wie man einen Hund ruhig stellt |
 Frauchen meinte, bevor ich vom Welpen- ins Junghundealter flitze, solle ich mir noch einmal anständig den Hals waschen und mich schön machen lassen. Dazu ist sie mit mir zu einer Pudelfriseurin gegangen. Als ich dort in die große Wanne gesteckt und von oben und unten eingeseift wurde, habe ich erst einmal tüchtig gejammert und gequiekt, wie es sich für einen anständigen Pudel-Welpen gehört. Das anschließende Trockenföhnen war eigentlich schon weniger aufregend und auf dem Frisiertisch benahm ich mich als mannhafter Held und habe überhaupt nicht rumgehampelt. Dass der Frisiertisch mit DAP eingesprüht war, könnt Ihr Euch schon denken. Aber Frauchen hat sich noch was einfallen lassen und so war gar keine Zeit für dumme Gedanken oder Unruhe.
Frauchen hat in eine Salbenkruke Joghurt gefüllt und ganz langsam den leckeren Inhalt durch Drehen am Boden freigegeben. Und ich habe geschleckt und geschleckt, hatte überhaupt keine Zeit mich um die Friseurin zu kümmern. Wen interessierten schon Scheren und dergel, wenn man Joghurt schleckern kann? Das Schlecken lenkt ganz toll ab, man braucht auch nicht so viel Zeit wie zum Kauen der Leckerlis. Es ist einfach pausenlose Ablenkung. Während der reichlichen halben Stunde habe ich noch nicht einmal einen kleinen Becher Joghurt vertilgt, dafür konnte die Hundefriseurin ruhig arbeiten. Frauchen meint, dass ginge auch mit den Tuben Leberwurst- oder Käsepaste, mit denen man die Kongs füllen kann. Sie findet nur, Joghurt sei gesünder.
Schaut mich noch einmal richtig an! Wie ein Wattebällchen sah ich aus und so schön werdet Ihr mich nimmer mehr sehen. Das nächste Mal will Frauchen selber die Schere schwingen. Ohjemineh, Ohjemineh!  ...ganz anderer Meinung. Was Frauchen da nur wieder geschrieben hat! Obwohl das Frauchen meiner Eltern mir ein warmes Plätzchen im Bett meines neuen Rudels garantierte, hatte ich es mir gleich klaglos in meinem Körbchen gemütlich gemacht und nicht gejammert, als ich nicht ins Bett durfte. (Dass das Körbchen durch Pheromone himmlisch heimelig duftete, verrate ich Euch natürlich nicht.) Auch sonst bin ich anpassungsfähig und so was von lieb! Futtere alles, helfe Herrchen sogar beim Aufbinden der Schnürsenkel, gehe brav in die Welpenschule, beschmuse meine Menschen, wedele dankend mit dem Schwanz, wenn mich die Leute draußen süß und niedlich finden, entdecke mit meinem Menschenrudel gelassen die große weite Welt, sei es der gläserne Aufzug, die Straßenbahn, der Bahnhof oder das Rot- und Schwarzwildgehege. Und wie genügsam ich bin! Andere Hunde wollen ein Haus mit Garten, schaut doch nur mal, womit ich zufrieden bin. Ein Schmortopf reicht mir zur Not als Schlafplätzchen aus. Wenn das nicht engelsgleich ist! Pssst, aber nicht weitersagen, dass ich Frauchen dadurch überlistet habe. Eigentlich wollte sie diesen Platz neben ihrem Schreibtisch durch den Topf für mich tabuisieren. Nur ein paar mal darin geschlafen und schon hat Frauchen den Topf wieder weggeräumt - und ich bin unter ihren Schreibtisch umgezogen. Hihi! 
Wie treffend hat Suzanne Clothier formuliert!
«Die Reise des Lebens in Gesellschaft von Tieren ist wie eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln. Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Reise ohne derart ausgezeichnete Begleitung sein mag.» Ein stiller Sommer ohne hundliche Begleitung, und dann gab es irgendwann auch wieder Raum, um über ein neues Familienmitglied nachzudenken. Ende September schließlich zog Bommel, ein neun Wochen alter Zwergpudelwelpe bei uns ein.
«..... eine Reise mit Engeln, Führern, Hütern, Hofnarren, Schatten und Spiegeln.» Sollte ich heute, genau an diesem Tag, eine dieser Metapher für Bommel auswählen, dann wäre es: "Hofnarr". Hoppla, denken Sie jetzt, das hört sich nicht gut an und erinnern sich vielleicht an Karnevalsklamauk. So war es beileibe nicht gemeint und die oft zitierte grenzenlose Narrenfreiheit eines Welpen hat Bommel in seinem neuen Rudelverband gewiss nicht – denn Hofnarren waren keine gemeinen Narren, ursprünglich mussten sie klug, witzig und einfühlsam sein, um sich diesen Titel zu verdienen. — Die Reise des Lebens in neuer Begleitung, eine Reise bedeutet Veränderungen. Lassen wir uns darauf ein.
Und nun darf Bommel diese Seite mit Leben und seinen Berichten füllen. Chris, Bommels Frauchen |