Welpenschutz - wer schützt wen?

Hundewelpen im Rudel

von Manfred Hardtke

Tiere bewirken in uns Menschen die unterschiedlichsten Emotionen. Besonders die knuddeligen Hundewelpen erobern die Herzen von jung und alt im Nu. Bis irgendwann

— die spitzen Zähne oder das quäkende Bellen,
— Pfützchen und Häufchen oder zerstörtes Inventar,
— ständiger Aktionismus oder scheinbarer Ungehorsam

möglicherweise selbst in uns einen Sinneswandel auslösen. "Kindchenschema" und das "Welpenalter" sind plötzlich für den Betroffenen nebensächlich.


Hundebabys gelten bis zu einem Alter von 16 Wochen (max.18 Wochen) als Welpen



Hunderudel mit Welpen

Danach zählen wir sie zu den Junghunden (juvenile Tiere), mit pubertär unstetigen und manchmal auch rüpelhaften Verhaltensweisen – auch den jüngeren gegenüber. Als psychisch erwachsen bzw. adult gelten die Haushunde, stark rasseabhängig, individuell mit einem Lebensalter zwischen dem vollendeten 1. bis hin zum 3. Lebensjahr.


Trifft unser Welpe mit einem seiner älteren Artgenossen zusammen, so besteht für uns sehr selten aktiver Handlungsbedarf. Das Hundebaby macht ja nichts verkehrt und viel häufiger wird dem oder der älteren ein "welpenfreundliches Verhalten" auferlegt. Und bei Welpentreffen schauen wir tatenlos zu, wie (natürlich) sich alle Vierbeiner erziehen! Hat doch jeder von uns schon vom Welpenschutz oder der Narrenfreiheit für die infantilen Hündchen gelesen oder gehört.

Betrachten wir kurz eine größere, gewachsene Hundefamilie sowie die ererbten Bausteine ihres ursprünglichen Gruppenlebens (soweit sie mir zu diesem Thema relevant erscheinen):

  • die Hundeeltern leiten die Gruppe in ihre gemeinsame Zukunft!

  • fast immer sind Welpen des eigenen Rudels ein " Ereignis" und hochinteressant

  • ihre Kontakte kontrolliert die lebenserfahrene Hundemutti (eine Kompetenzfrage)

  • der Tod eines Tieres ist nichts "Unplanmäßiges" in der Natur – Welpenverkauf schon!

  • im Rudel liegen Fremdwelpenaufzucht und Welpentötung durchaus im Normbereich
    (betrifft dann die Welpen einer Tochter oder auch einer untergeordneten Schwester)

Sozialisation des Haushundes auf Welpen unterschiedlichster Rassemerkmale gilt als ein Hauptweg, um Problemen oder Schadensfällen vorzubeugen. Natürlich immer verbunden mit der Forderung nach einem akzeptablen Grundgehorsam des Azubis.


Das Zeitfenster der Sozialisation eines Hundewelpens auf Mensch ⁄ Tier ⁄ Umfeld liegt fest:

im Zeitraum ab seiner 4. bis zur 12.(- 14.) Lebenswoche
(auf Hunde: 3. Lebensmonat)


Eine Zwischenfrage, bevor wir umblättern:
Wenn es, naturgemäß einen sogenannten Welpenschutz gäbe, dann wären Grundgehorsam und exakt definierte Sozialisation doch (theoretisch betrachtet) überflüssig – zumindest bei der Mehrzahl der erwachsenen, hundlichen Individuen – oder etwa nicht ?

Und wir wären fast sorgenfrei betreffs der Sicherheit von menschlichen Babys und Kindern!